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    „Blood work III“: Gefäßerkrankungen bei Diabetespatiententen/Schwere Folgen verhindern

    Frankfurt a.M. In Deutschland liegt die Zahl der bekannten Diabetesfälle bei etwa acht Millionen Menschen, Tendenz steigend. Zu den häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes zählen Erkrankungen der kleineren und großen Blutgefäße. „Vorsorge, Früherkennung und Therapie sind das A und O, um das Risiko gerade gefäßerkrankter Diabetiker für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Beinamputation zu senken. Bei der Betreuung gefäßkranker Patienten ist eine enge Zusammenarbeit von Internisten, Gefäßchirurgen und Radiologen über alle Bereiche daher enorm wichtig“, unterstreicht Prof. Dr. med. Klaus Haag, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 Allgemeine Innere am Klinikum Frankfurt Höchst. In „Blood work III“, einer speziellen Fortbilungsveranstaltung für Mediziner und interessierte Betroffene, diskutieren deshalb Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen nicht nur über Trends, sondern auch über Möglichkeiten der frühen Diagnostik und Therapie sowie die dafür erforderlichen „Koproduktionen“ im ambulanten und stationären Sektor.

    „Ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung leiden in Deutschland an Diabetes mellitus, zu 90 Prozent an Diabetes Typ 2, dem so genannten Altersdiabetes. Vor zehn Jahren waren dies erst etwas mehr als sechs Prozent. Die Zunahme ist mitbedingt durch die veränderte Alterstruktur unserer Gesellschaft und natürlich durch die Ernährungsgewohnheiten und den Lifestyle. Der Diabetes führt bei dauerhafter schlechter Einstellung der Blutzuckerwerte zu schwerwiegenden Gefäßschäden, die man in zwei Entitäten unterteilen kann, die Mikroangiopathie – die kleinen Gefäße betreffend - und die Makroangiopathie – die großen Gefäße betreffend. Die erste Art dieser Gefäßschädigungen, die das Risiko der Erblindung (Retinopathie), des Nierenversagens (Nephropathie) und schwerer Nervenschädigungen (Polyneuropathie, diabetischer Fuß) mit sich bringt und die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) betrifft, kann im Prinzip nur durch eine gute Blutzuckereinstellung weitgehend verhindert werden. Durch regelmäßige Vorsorge-untersuchungen können Gefahren rechtzeitig erkannt und behandelt werden, z.B. durch Laserbehandlung am Auge, durch geeignete medikamentöse Behandlung bei Nierenschäden oder durch geeignetes Schuhwerk bei Polyneuropathie und dem diabetischen Fuß. Die zweite Art der Gefäßschädigung betrifft die großen Gefäße wie z.B. die Beinarterien und entspricht einer besonders rasch verlaufenden Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Besonders schwierig wird die Situation, wenn beide Schädigungen gleichzeitig vorliegen, was z.B. bei 35 000 Patienten pro Jahr zu einer Beinamputation führt. Hier kann eine interdisziplinäre Zusammenarbeit für den Patienten sich als segensreich erweisen, indem zumindest die Folgen der Veränderungen an den großen Gefäßen wie Stenosen (Gefäßengen) behandelt werden können und somit die vis a tergo für den Blutfluss verbessert werden kann. Aber auch in anderen Gefäßgebieten lässt sich heutzutage einiges erreichen, um schwere Folgen der Volkskrankheit Diabetes abzumildern bzw. zu verhindern“, erklärt Prof. Haag. Davon werde bei "Blood work III" u.a. die Rede sein.

    Fragestellungen der Diagnostik
    Wichtig für eine korrekte Diagnosestellung bei Gefäßerkrankungen durch den Radiologen sind Kontrastmittel, die in die Arterie oder Vene injiziert werden. „Gerade bei den Diabetikern besteht aber zu ca. 30 Prozent eine Miterkrankung der Nieren, die so genannte diabetische Nephropathie, die die Nieren anfällig macht für eine Schädigung durch jodhaltige Kontrastmittel, wie sie für die Angiographie oder Computer-Tomographie verwendet werden. Sehr viel seltener sind schwerwiegende Nebenwirkungen durch Kontrastmittel in der Kernspintomographie. Allerdings kann eine erst seit wenigen Jahren bekannte, durch bestimmte Kernspin-Kontrastmittel ausgelöste Hauterkrankung (nephrogene systemische Fibrose) zu starker Behinderung und in besonders schweren Fällen sogar zum Tod führen, wenn durch eine starke Nierenschädigung die Ausscheidung des Kontrastmittels behindert ist. Die individuelle Abwägung in Kenntnis von Nutzen und Risiko der einzelnen Kontrastmittel-Anwendungen ist zum Schutz der Patienten unerlässlich“, so Prof. Dr. med. Markus Müller-Schimpfle, Chefarzt des Instituts für Radiologie und Seniorpartner der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Mainzer Landstrasse/Höchst. „Die mit den Partnern im Gefäßzentrum abgestimmte Planung des Vorgehens, die konsequente Durchführung prophylaktischer Maßnahmen vor Kontrastmittelgabe und der Einsatz schonender interventionell-radiologischen Verfahren ist die beste Absicherung gegen unliebsame Überraschungen“, so Müller-Schimpfle.

    Erfahrungen aus der Gefäßchirurgie
    Zu den häufigen Gefäßerkrankungen gehört die Carotisstenose, also die Einengung (= Stenose) der hirnversorgenden Halsschlagader. Je nach Schwere der Einengung und vorliegender Begleiterkrankungen gibt es zwei Möglichkeiten der Therapie: die Operation oder Stenteinlage. Prof. Dr. med. Wolf-Joachim Stelter, Leiter des Gefäßzentrums, Klinik für Chirurgie, hebt hervor: „Die Zwei-Jahres Ergebnisse der SPACE Studie wurden kürzlich in Lancet publiziert (2008). Nach zwei Jahren war die Rate der gleichseitigen Schlaganfälle in der Gruppe der operierten Patienten vergleichbar mit der Gruppe der mit Stent behandelten Patienten. Dennoch zeigen sich nach dem Carotiosstent häufiger Restenosen, also erneute Verengungen der Arterie, bei der Ultraschalluntersuchung. Diese Daten zeigen das aktuelle Dilemma in der Gefäßmedizin auf der Suche nach der optimalen Behandlungsform. Neben derartigen Studien, die auf höchstem Evidenzlevel (1, Empfehlungsgrad A) versuchen den optimalen Behandlungsalgorithmus zu etablieren, benötigen wir Strukturen, die eine echte interdisziplinäre Zusammenarbeit und Indikationsstellung ermöglichen. Die Frage ist nicht „Operation oder Intervention“, sondern „Welcher Patient benötigt welches Verfahren“. Dazu ist es notwendig, Gefäßzentren zu etablieren, an denen eine interdisziplinäre Therapieentscheidung getroffen wird. Nicht anders verhält es sich mit der Behandlung des Bauchaortenaneurysma und der peripheren Gefäßerkrankungen (sog. Claudicatio). Um dieser Problematik Rechnung zu tragen, haben wir den „Blood Work“-Kongress ausgerichtet und den Spannungsbogen der operativen und interventionellen Techniken dargestellt.“
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    ie Fortbildungsveranstaltung „Blood work III“ findet am 27. Februar von 9 Uhr bis 13 Uhr im Klinikum Frankfurt Höchst (Gemeinschaftsraum) statt. Der Titel resutiert aus der Idee, dass die Diagnostik und interventionelle Therapie von Gefäßerkrankungen neben einer blutigen auch eine aufwendig filmdokumentierte Arbeit darstellt. Im Mittelpunkt stehen Fragestellungen, die Filmtiteln entnommen wurden, wie u.a. „Mission Impossible: Kontrastmittel und Diabetes – Geht das?“; „Alles auf Zucker: Gefäßerkrankung bei Diabetes/Ätiologie und Prävention“, „Transformers: Leitlinien zur interventionellen Therapie“ u.v.m.

    Das Klinikum Frankfurt Höchst betreibt Medizin der höchsten Versorgungsstufe und ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang-Goethe Universität. Als klinisches Hochleistungszentrum wurde die Position in den letzten Jahren über das Rhein-Main-Gebiet hinaus kontinuierlich ausgebaut. 20 Fachabteilungen mit rund 1.000 Betten stehen für die optimale medizinische Betreuung zur Verfügung. Jährlich werden über 35.000 Patienten stationär und rund 70.000 Patienten ambulant behandelt. Innovative Pflegekonzepte und ein dem Klinikum angeschlossenes Ausbildungszentrum leisten einen wichtigen Beitrag für das hohe Niveau der Versorgungsqualität. Mehr Infos unter www.KlinikumFrankfurt.de.

    Petra Fleischer
    Klinikum Frankfurt Höchst
    Unternehmenskommunikation/Sprecherin
    Tel. 069/3106-3818
    E-Mail: petra.fleischer@KlinikumFrankfurt.de
    www.KlinikumFrankfurt.de

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