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Ärztekammer Niedersachsen enthüllt Skulptur
Erinnerung und Gedenken an das Schicksal jüdischer Ärztinnen und Ärzte in Hannover vor 70 Jahren
Hannover (äpn) – Zur Erinnerung und zum Gedenken an das Schicksal jüdischer Ärz-tinnen und Ärzte in Hannover setzen die Bezirksstelle Hannover der Ärztekammer Nie-dersachsen (ÄKN) sowie der seit zwei Jahren existierende „Arbeitskreis Schicksale jü-discher Ärzte“ heute ein Zeichen. Im Vortragssaal des Ärztehauses Hannover in der Berliner Allee enthüllen sie eine Stelen-Skulptur des Hildesheimer Bildhauers und De-signers Peter Schmitz, der dieses Werk entworfen und geschaffen hat. „Ich wollte nicht Betroffenheit und Schuldgefühle auslösen, sondern thematisches Interesse wecken“, erläutert Schmitz seine Arbeit. Bezugnehmend auf die Schicksale von 15 jüdischen Ärzten aus Hannover zeigt der Künstler 15 Glaskuben auf unterschiedlich hohen Ste-len, in denen Bilder aus den Schicksalsjahren zu erkennen sind. Ein leerer Kubus erin-nert an all jene Ärztinnen und Ärzte, aber auch an alle Hannoveraner Bürger jüdischer Herkunft, die ebenso Opfer des Nationalsozialismus wurden.
Die Enthüllung des Denkmals findet im Rahmen einer Gedenkveranstaltung im Ärzte-haus Hannover statt. Anlass sind die Ereignisse vor 70 Jahren. In der Nacht des 9. No-vember 1938 brannte die Synagoge in der Calenberger Neustadt. Nur wenige Wochen zuvor, am 30. September 1938, verloren alle 3 152 damals noch praktizierenden jüdi-schen Ärzte in Deutschland ihre Approbation und damit das Recht, sich Arzt nennen zu dürfen. Die Wenigen, die unter diskriminierenden Auflagen weiter praktizieren durften, mussten als „jüdische Krankenbehandler“ tätig sein.
Nach Recherchen des Historikers Dr. phil. Peter Schulze, der sich seit 30 Jahren mit der Geschichte und Kultur der Juden in Hannover beschäftigt, waren vom 30. Januar 1933 bis zum Jahr 1945 im Stadtkreis Hannover 74 jüdische Ärzte tätig beziehungs-weise als Ärzte gemeldet. Von diesen kamen mindestens 13 aufgrund nationalsozialis-tischer Verfolgung zu Tode, zwei Ärzte starben durch Suizid. 31 der 74 Ärzte konnten rechtzeitig emigrieren.
„Für ein solches Mahnmal ist es nicht zu spät. Es soll signalisieren, dass die hannover-sche Ärzteschaft den Holocaust nicht verdrängt. Wir wollen uns nicht zurückziehen und sagen: Das ist Geschichte. Das Denkmal soll an exponierter Stelle und als wanderndes Ausstellungsobjekt heutige Ärztinnen und Ärzte ermahnen, sich vor diskriminierte Kol-legen und Mitmenschen zu stellen“, so Dr. med. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer und Vorsitzende der ÄKN-Bezirksstelle zur Enthüllung der Skulptur. Die Finanzmittel für die Stelenkonstruktion wurden durch eine Einzelspende des Arztehepaars Dres. med. Ricarda und Udo Niedergerke aufgebracht.
Kontakt: Rolf Heyde, Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen
Telefon: (05 11) 3 80 22 21, E-Mail: rolf.heyde@aekn.de.
ÄRZTEKAMMER NIEDERSACHSEN
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