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    Ärzte und Pfleger der Brohltal-Klinik schlagen Alarm

    Immer mehr ältere Menschen müssen auf Rehabilitation verzichten - Kostenträger greifen häufiger zum Rotstift - Patienten haben Rechtsanspruch auf Behandlung

    "Die Humanität einer Gesellschaft in Finanzierungsnot zeigt sich im Umgang mit älteren Menschen", sagt der Mediziner Heinz Unger und weiß, wovon er spricht. Denn als Chefarzt der Geriatrischen Rehabilitation der Brohltal-Klinik Sankt Josef hat er täglich mit der medizinischen Betreuung von älteren Menschen zu tun.

    Und noch eines weiß Unger: "Immer mehr älteren Menschen werden aufgrund von Sparmaßnahmen rehabilitierende Behandlungen vorenthalten. Einmal mehr trifft es eine schwache Gruppe in der Gesellschaft."

    Gemeinsam mit Gaby Frömbgen, kaufmännische Leiterin der Klinik, Klaus Hindrichs, dem ärztlichen Direktor des Marienhaus Klinikums im Kreis Ahrweiler, sowie Karin Reicherz, der Pflegedirektorin des Klinikums, wurde der Finger in die Wunde "geriatrische Rehabilitation" gelegt.

    In den vergangenen sechs Monaten ist dem Personal der Burgbrohler Fachklinik ein massiver Rückgang an bewilligten Reha-Anträgen aufgefallen. "Die Kassen versuchen, die Kosten zu verschieben. Und zwar hin zu den ambulanten Diensten oder der Pflegekasse", erklärt Unger.

    Dabei ist laut Aussage des Mediziners die Rehabilitation weitaus kostengünstiger als eine Pflege. Die Kosten für Reha-Maßnahmen machen demnach lediglich drei bis vier Prozent der Gesamtkosten im Gesundheitswesen aus.

    Die Besonderheit der geriatrischen Rehabilitation liegt in der umfassenden Versorgung der Patienten. Werden dabei doch gleich mehrere Disziplinen wie Sprache, Bewegung oder Integration behandelt. "Rehabilitation ist immer eine komplexe Behandlung und steht im Gegensatz zu ambulanten Therapien zu Hause", führt Unger weiter aus.

    Wer sich bei dem derzeitigen Verhalten der Kassen allerdings nicht wehre und auf seinem Recht bestehe, dem würden die Kassen eine gesetzlich zugesicherte Pflichtleistung verwehren.

    Ziel der medizinischen Behandlung sowohl in Akut-Kliniken als auch bei einer anschließenden Rehabilitation ist laut Aussage von Klaus Hindrichs die Reduzierung der Gesamtkrankheitsdauer eines Patienten.

    In der Brohltal-Klinik werde diese Reduzierung durch eine optimale medizinische Betreuung sowie durch die Einbindung von Patienten und Angehörigen in die Therapie erreicht.

    Eine Übersicht zu den Beratungsstellen findet sich im Internet unter www.unabhaengige-patientenberatung.de. Zudem gibt es ein bundesweites Beratungstelefon: (0 18 03) 11 77 22.

    Die Klinik

    Die Fachklinik in Burgbrohl widmet sich seit 1999 dem Schwerpunkt Geriatrische Rehabilitation. Sie gehört zur Marienhaus GmbH, hat 113 Mitarbeiter, 70 Betten und 15 Plätze zur Tagespflege. 2007 wurden 1 200 Rehabilitationen durchgeführt. Durchschnittliche Verweildauer: 21 Tage.

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